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Lockdown im Zoo

 

Für unsere Tiere ging es aus der Ferienentspannung gleich weiter in eine Lockdown-Ruhe, die sie noch nie erlebt hatten. Unsere großartige Helferin Selin war weiterhin 3x pro Woche vor Ort und sorgte für ihr Wohl. Und wir beobachteten, was auch in den großen Tierparks auffiel: Die Tiere begannen sich vermehrt in ihrem natürlichen Verhalten zu zeigen. Auch in unserem kleinen Schulzoo waren plötzlich täglich die Schlangen zu sehen, die sich sonst ob der Tritt-Vibrationen von Besuchern gerne versteckt hielten. Auch die schüchternen Schnurfüßer und der scheue Landeinsiedlerkrebs kamen hervor. Ganz zu schweigen von „Speedy“ unserer Maurischen Landschildkröte. Kaum aus ihrer Winterruhe zurück gekehrt, flitzte sie mit Spitzentempo auf uns zu, sobald wir nur im Atrium erschienen.

Den Tieren ging es also hervorragend. Nur wir kamen ganz schön ins Schwitzen, weil das Besorgen des notwendigen Frischfutters sehr aufwändig war. Zum Glück half uns über Wochen EDEKA Pelz in Nettelnburg mit gespendetem Gemüse für die Meerschweinchen und anderen Tiere aus. Und dann wurde es langsam immer wärmer und wir konnten auch auf den Grünflächen Frisches für die Tiere finden.

Selin war ganz besonders gefordert, weil sich unsere Monoglischen Rennmäuse als Ausbrecherkönige entpuppten und uns gleich zwei Mal ausbüchsten. Aber auf die Schliche kamen wir ihnen doch: Sie öffneten die Türen ihres Käfigs selbständig! Zum Glück gelang es Selin jedes Mal sehr schnell, die fehlenden Mäuse im Zoo aufzuspüren und in ihren sicheren Käfig zurück zu setzen.

Noch bis zum Ende der Sommerferien half Selin uns bei der Versorgung der Tiere. Denn auch der eingeschränkte Regelbetrieb vor den Ferien brachte keine besonderen Neuerungen für die Zoobewohner: Der Zoo blieb für die Schüler geschlossen und die Tiere weiter ungestört.

Ungestört wuchsen übrigens auch die Algen im neuen Garnelen-Becken. Obwohl wir während der gesamten Lockdown-Zeit tapfer regelmäßige Wasserwechsel durchführten, gelang es uns nicht, ein stabiles Ökosystem zu etablieren und die Garnelen verschwanden spurlos im Becken. Kurz vor den Sommerferien haben wir dann beschlossen, das Becken still zu legen und einen neuen Anlauf zu nehmen, wenn der Betrieb im Zoo wieder regulär läuft. Wie schade. Denn zwischendurch durften wir uns sogar über Nachzucht bei den Garnelen freuen, bevor eine neue Algenwelle wieder alles grünbraun-schleimig färbte.

Aber im großen Becken gab es erfreuliche Nachrichten: Die Antennenwelse hatten reichlich Nachwuchs bekommen - einfach entzückend, die Kleinen!

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